Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Fußbodenheizung
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Die Fußbodenheizung ist eine FlĂ€chenheizung, die RĂ€ume mittels im Fußboden verlegter Rohre fĂŒr Warmwasser oder KanĂ€le fĂŒr Warmluft beheizt.

Contents

‱ Geschichte
‱ Berechnung
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Geschichte

Erste Fußbodenheizungen mittels Warmluft wurden bereits 5000 v. Chr. von den Koreanern als Ondol und in China angewandt und breiteten sich ĂŒber Asien und die Aleuten aus.cite-ref-1[1] Ab 500 v. Chr. verwendeten die Römer Hypokaustum.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Eine bemerkenswert gut erhaltene Fußbodenheizung der Römer wurde Ende 2022 in Bonn entdeckt.cite-ref-4[4]

Seit den 1970er Jahren vollzog sich ein rasanter Durchbruch der Fußbodenheizung mit der EinfĂŒhrung von Kunststoffrohren wie Polypropylen (PP).cite-ref-5[5] Vor allem in NiedrigenergiehĂ€usern lassen sich bei Einsatz einer WĂ€rmepumpenheizung aufgrund der niedrigen Vorlauftemperatur sehr effiziente Wirkungsgrade erreichen.

Warmwasser-Heizungen

Im oder unter dem Heizestrich werden Rohre aus Kunststoff oder seltener Kupfer verlegt. Am hĂ€ufigsten wird vernetztes, sauerstoffdichtes (ansonsten Korrosionsgefahr an Eisenteilen) Polyethylen (PE-X) verwendet, oft mit zusĂ€tzlicher Aluminium-Zwischenschicht (Mehrschichtverbundrohr). Die Verlegung erfolgt entweder mĂ€anderförmig (gleiche RohrabstĂ€nde), modulierend (verschiedene RohrabstĂ€nde je nach Lage im Raum, Vorlauf an der Außenwand) oder bifilar (Schneckenform, Vor- und RĂŒcklauf liegen beieinander). Welcher Verlegung der Vorrang gegeben werden soll, ist strittig, da verschiedene Zielsetzungen (gleichmĂ€ĂŸige Raumtemperatur, gleichmĂ€ĂŸige FußbodenoberflĂ€chentemperatur) und technische Möglichkeiten abhĂ€ngig von Rohrmaterial, Befestigungs- und Verlegetechnik zu berĂŒcksichtigen sind.

Verwendet werden auch Kapillarrohrmatten aus Kunststoff mit parallel angeordneten PP-Röhrchen (Durchmesser z. B. 4,3 mm WandstÀrke 0,8 mm), die im Gleichsinn durchflossen werden. Mit Kapillarrohrmatten wird eine sehr homogene Bauteiltemperaturverteilung erreicht.

RohrabstĂ€nde von 5cite-ref-6[6] bis 30 cm bewirken eine geringe Temperaturwelligkeit auf der EstrichoberflĂ€che – die AbstĂ€nde können dem WĂ€rmebedarf angepasst werden. Temperaturdifferenzen >5 K innerhalb nicht unterteilter Estrichfelder sollten vermieden werden, um Temperaturspannungen innerhalb der FlĂ€che zu begrenzen.cite-ref-7[7]

Bei Fußbodenheizungen werden Nasssysteme (Zementestrich oder Anhydritestrich, sehr hĂ€ufig aufgrund der besseren WĂ€rmeĂŒbertragung in Fließestrich, auch Gussasphalt und Walzasphalt),cite-ref-bga1-8-0[8] und Trockensysteme (Trockenestrichplatten oder Stahlfliesen) unterschieden. Beim Nasssystem werden die Rohre im Estrich installiert.

Nasssystem (Typ A / C)

Beim Nasssystem ist das Rohr vollstĂ€ndig vom Estrich umschlossen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Rohre vor dem Gießen des Estrichs zu fixieren:

‱ mit Klammern auf TrĂ€germatten aus Stahl
‱ auf Klemmschienen aus Stahl oder Kunststoff
‱ auf einer Noppenplatte aus Kunststoff
‱ mit Klammern auf der tragenden DĂ€mmung, sofern diese dafĂŒr zugelassen ist
‱ einfĂ€deln zwischen eine Stahlwabenplatte
‱ die Rohre werden mit Klettband versehen und auf mit Vlies beschichtete TrĂ€germatten gedrĂŒckt.

Vor dem Einbringen des Estrichs sollten MarkierungsfĂ€hnchen aufgestellt werden, um die Stellen zu kennzeichnen, an denen der Estrich spĂ€ter aufgebrochen werden kann, um eine Feuchtemessung vorzunehmen, ohne die Heizrohre zu beschĂ€digen.cite-ref-9[9] Vor dem Verlegen des Fußbodenbelags ist in der Regel eine solche Feuchtemessung notwendig.

Trockensysteme (Typ B)

Beim Trockensystem befinden sich die Rohre unterhalb des Bodenbelages in der DĂ€mmschicht. Die Befestigung erfolgt dort auf der TrĂ€gerdĂ€mmung, die mit Nuten und WĂ€rmeleitlamellen ausgestattet sein kann. Die Lamellen sollen der besseren WĂ€rmeverteilung dienen. Das Trockensystem eignet sich fĂŒr niedrige Fußbodenaufbauten und wird im Altbau oder in der GebĂ€udemodernisierung eingesetzt. Trockensysteme können auch mit direkt aufgelegten Oberböden (Estrichziegeln, Fliesen, schwimmendes Parkett und Laminat) ausgefĂŒhrt werden und fĂŒhren dadurch zu einer weiteren Reduzierung der Vorlauftemperatur und zu einer schnelleren Auf- und Abheizphase.

Eine weitere Variante der Trockensysteme besteht aus Trockenestrichplatten mit einer vorgefertigten FrĂ€sung, die die Heizungsrohre fixiert. So fasst dieses System die vormals getrennten Komponenten – Trockenestrichplatten und Fußbodenheizung – frĂŒherer Systeme zusammen. Die geringe Montagezeit kommt besonders Architekten zugute, die in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen und KindergĂ€rten, nur die Ferienzeiten zum Einbau zur VerfĂŒgung haben. Außerdem kann dieses vereinfachte System auch vom Privatmann verlegt werden, so dass der Bauherr nur noch fĂŒr die RohranschlĂŒsse einen Heizungsbauer benötigt.

Neuere Fußbodenheizungssysteme werden verstĂ€rkt fĂŒr die GebĂ€uderenovierung konzipiert, ohne dabei in die bestehenden Fußbodenaufbauten einzugreifen. Dabei entstehen sehr niedrige Aufbauhöhen ab ca. 8 mm (zuzĂŒglich Oberbodenbelag). Eine spezielle Ausgleichsmasse ist die Grundlage fĂŒr den Bodenbelag.

Warmwasserverteilung

Bei beiden Systemen wird zur WĂ€rmeverteilung ein Heizkreisverteiler benötigt. Alle Heizkreise werden mit dem Vorlauf und RĂŒcklauf an den Heizkreisverteiler angeschlossen und mittels eines Ventils hydraulisch abgeglichen werden. Durch Durchflussmesser im Heizkreisverteiler kann der Volumenstrom beobachtet werden, um den hydraulischen Abgleich vorzunehmen, da die einzelnen Bauteile der Fußbodenheizung (z. B. Heizkreisverteiler, Rohrkreise etc.) verschieden hohe StrömungswiderstĂ€nde haben. Eine gleichmĂ€ĂŸige WĂ€rmeverteilung ist nur mit gleich hohen DurchflĂŒssen in allen Heizkreisen möglich. Möglicherweise wird aber auch eine unterschiedliche WĂ€rmeverteilung angestrebt, um die stĂ€rkere AbkĂŒhlung in RĂ€umen mit großen AußenwandflĂ€chen im Vergleich zu innenliegenden RĂ€umen zu kompensieren. Da eine Fußbodenheizung im Gegensatz zu Heizkörpern sehr viel trĂ€ger reagiert (siehe Totzeit) wird die Vorlauftemperatur oft mit einem FĂŒhler entsprechend der Außentemperatur und der Heizkurve abgeleitet. Der Heizungsregler gibt ein elektrisches Signal an den Stellmotor, der das Vierwegeventil weiter öffnet oder schließt. Bei hochwertigeren Anlagen kann die Energiezufuhr mit einem Raumthermostaten, deren TemperaturfĂŒhler im Heizbereich (z. B. Wohnzimmer) montiert wird, geregelt werden. In gut gedĂ€mmten WohngebĂ€uden ist die Heizleistung auf etwa 50 bis 100 W/mÂČ ausgelegt. Zudem kann bis zu einer bestimmten FlĂ€che (abhĂ€ngig vom Durchflusswiderstand der eingesetzten Fußbodenheizung) die Fußbodenheizung direkt an den bestehenden Heizkreislauf angeschlossen werden. Die Regelung erfolgt dann ĂŒber ein RTL-Ventil (return temperature limiter, deutsch: RĂŒcklauftemperaturbegrenzer), das im RĂŒcklauf der Fußbodenheizung montiert wird und den Durchfluss sperrt, wenn die eingestellte Bodentemperatur erreicht ist.

Es sind zahlreiche Verlegearten der Rohre möglich. Um eine weitestgehend gleichmĂ€ĂŸige WĂ€rmeverteilung im Raum zu erreichen, sollten Rohre mit gegenlĂ€ufiger Warmwasser-Fließrichtung verlegt werden. Dies wird erreicht, indem die Vor- und RĂŒcklĂ€ufe jeweils nebeneinander angeordnet werden.

Elektro-Heizungen

Neben warmwassergebundenen Heizsystemen kommen auch elektrisch betriebene Fußbodenheizungen zum Einsatz. Hierbei werden Widerstandskabel oder Heizfolien mit eingearbeiteten Heizleitern unter, im oder auf dem Estrich verlegt. Sie eignen sich fĂŒr alle Verlegungsarten, die auch bei Warmwassersystemen ĂŒblich sind. Wegen der geringen Bauhöhe empfehlen sie sich besonders fĂŒr die direkte Verlegung unter FußbodenbelĂ€gen. Heizkabel mit einem Durchmesser ab 3 mm können im Kleberbett von Fliesen und Folien sogar unter Laminat verlegt werden. FĂŒr die Fußbodentemperierung (nicht Vollheizung) gibt es Matten ab ca. 2 mm Höhe. FĂŒr Bade-, Dusch- und andere FeuchtrĂ€ume werden Leitungen mit geerdetem Schirm verwendet, um Sicherheit gegen ElektrounfĂ€lle zu garantieren. Die zutreffenden Normen fĂŒr elektrische FlĂ€chenheizelemente sind DIN EN 60335-1 und DIN EN 60335-2-96.

Anwendungen in Gewerbe- und Kommunalbauten

Neben den auch im Wohnungsbau verwendeten Fußbodenheizungen werden IndustrieflĂ€chenheizungen oder Schwingbodenheizungen (Sporthallen) eingesetzt. Lufterhitzer erhitzen die Luft im Raum, die beim Öffnen der Hallentore aber sofort entweicht. Es dauert lange und ist mit hohem Energieaufwand verbunden, die Hallentemperatur wieder zu erhöhen. Bei einer Bodentemperatur von z. B. 10 °C und einer Lufttemperatur von 20 °C ergibt sich arithmetisch eine empfundene Temperatur von nur 15 °C. Daher ist fĂŒr eine akzeptable thermische Umgebungstemperatur eine Bodentemperierung zu empfehlen. Bei einer Fußbodenheizung besteht die Beheizung einer Halle aus StrahlungswĂ€rme. Diese steht ihren Nutzern auch noch wĂ€hrend der geöffneten Hallentore zur VerfĂŒgung. Nach Schließung der Hallentore spĂŒrt der Nutzer diese behagliche StrahlungswĂ€rme in kĂŒrzester Zeit wieder.

Raumklimatisierung mit Warmwassersystemen

Fußbodenheizungssysteme werden auch zur FußbodenkĂŒhlung genutzt. In Verbindung z. B. mit einer WĂ€rmepumpenheizung und der ErdwĂ€rme bietet sich diese Variante an. Die OberflĂ€chentemperatur des Fertigfußbodens sollte 20 °C nicht unterschreiten und 29 bis 35 °C – je nach Standort – nicht ĂŒberschreiten (siehe Abschnitt Randbedingungen). Weiterhin sollte der Taupunkt mit einem entsprechenden FeuchtigkeitsfĂŒhler ĂŒberwacht werden und die Vorlauftemperatur entsprechend regeln. Die Vorlauftemperatur des Kaltwassers betrĂ€gt in der Regel 16 °C bei einer Spreizung von 2 bis 3 K.

Neben klassischen WĂ€rmepumpenheizungen können Fußbodenheizungen auch in Verbindung mit kalten NahwĂ€rmenetzen zur KĂŒhlung genutzt werden. Dabei kann abhĂ€ngig von der Temperatur des WĂ€rmenetzes auch auf den Einsatz der WĂ€rmepumpe zur KĂŒhlung verzichtet werden.cite-ref-10[10]

Vor- und Nachteile

Siehe auch

:

Strahlungsheizung#Vorteile

Ein Grund fĂŒr eine Fußbodenheizung ist die Behaglichkeit. So ermöglicht eine Fußbodenheizung, selbst im Winter im Haus barfuß zu gehen. Ein weiterer Vorteil ist die architektonische Freiheit der Raumgestaltung, weil keine Heizkörper oder Rohre zu sehen sind. Dazu kommen noch die hygienischen Aspekte einer Fußbodenheizung, da keine erhitzten Radiatoren an der Wand Staub aufwirbeln. Umgekehrt bleibt z. B. beim LĂŒften aufgewirbelter Staub aber lĂ€nger in der Luft. Durch die trockene WĂ€rme am Boden werden das Wachstum der Hausstaubmilben und die Schimmelpilzbildung verhindert – auch wenn Teppichboden verlegt ist.cite-ref-11[11]

Eine Fußbodenheizung kommt mit geringer Vorlauftemperatur aus, wodurch sie sich zum Betrieb mit WĂ€rmepumpen und Solarkollektoren besonders eignet. Nur FlĂ€chenheizungen und Luftheizungen wie GeblĂ€sekonvektoren lassen sich mit vergleichbar niedriger Vorlauftemperatur betreiben.

Ein Nachteil ist, dass Fußbodenheizungen aufgrund der Speichermasse in Kombination mit niedrigen Vorlauftemperaturen nur trĂ€ge reagieren. Daher ist nur eine langsame Anpassung der Raumtemperatur möglich. Des Weiteren herrscht im Raum eine homogene WĂ€rmeverteilung. Im Gegensatz zu z. B. Heizkörpern ist es nicht möglich, sich beim Frieren nĂ€her an die Heizquelle zu begeben, bzw. umgekehrt.

Werden die Heizelemente unmittelbar im Estrich verlegt, so kann sich dessen Speichermasse auf die EffektivitĂ€t bestimmter Heizsysteme positiv auswirken. Auf einen zusĂ€tzlichen Pufferspeicher kann unter UmstĂ€nden verzichtet werden. Je grĂ¶ĂŸer die Speichermasse, desto langsamer erfolgt jedoch die Anpassung der Raumtemperatur.

Fußbodenheizungsrohre mĂŒssen nach DIN 4725 diffusionsdicht sein, somit kann kein Sauerstoff ĂŒber das Rohr in das Heizungssystem gelangen. Dies wiederum verhindert Korrosion an Stahlteilen im Heizsystem und dementsprechend gering ist das sogenannte Abschlammen im Fußbodenheizungssystem. Ein anderer Schutz vor Abschlammung kann eine Systemtrennung vom alten Heizsystem mittels PlattenwĂ€rmetauscher sein.

Nachteilig sind die hohen Einbaukosten. Teppichböden und BelĂ€ge mĂŒssen einen geringen WĂ€rmewiderstand aufweisen (siehe unten). FĂŒr Fußbodenheizung geeignete BelĂ€ge sind gekennzeichnet.cite-ref-0-12-0[12]

Schwierig ist die Sanierung von Fußbodenheizungen: bestimmte Arten der verwendeten Kunststoffrohre können mit der Zeit verstopfen. Mittlerweile gibt es aber auch ein Verfahren, das die Sanierung von innen ohne den aufwendigen Aus- und Wiedereinbau der Heizungsrohre ermöglicht.

Richtlinien

FĂŒr Fußbodenheizungen gilt folgende Norm:

‱ DIN EN 1264 (alt DIN 4725).

Weitere Normen, die eine Schnittstelle zur Fußbodenheizung haben:

‱ EnEV: Energieeinsparverordnung
‱ DIN 18560: Estrichnorm
‱ DIN 1055: Verkehrslasten
‱ DIN 18202: Toleranzen im Hochbau
‱ DIN 4109: Schallschutz im Hochbau
‱ DIN 4726

AusfĂŒhrung

Die Vorlauftemperatur des Heizwassers soll auf 35 °C begrenzt werden (bei Ă€lteren Systemen bis 55 °C) bei einer Spreizung von 5 °C (Differenz zwischen Vorlauf- und RĂŒcklauftemperatur). Die OberflĂ€chentemperaturen des Fertigfußbodens dĂŒrfen 29 °C im Aufenthaltsbereich, 33 °C im Bad und 35 °C in den Randzonen nicht ĂŒberschreiten. Von richtig eingestellten Fußbodenheizungen werden diese Maximalwerte nur an der Grenze der Auslegungsbedingungen, also den kĂ€ltesten Tagen, erreicht. Normalerweise sollten es etwa 10 °C weniger sein.

Werden die vorgesehenen OberflĂ€chentemperaturen ĂŒberschritten, so klagen manche Nutzer ĂŒber „dicke FĂŒĂŸe“ und es besteht der Verdacht, dass vermehrt Krampfadern und Ă€hnliche Beschwerden auftreten.

Der WĂ€rmedurchlasswiderstand R λ λ , B {\displaystyle R_{\lambda ,B}} in m 2 K W {\displaystyle \mathrm {\frac {m^{2}\,K}{W}} } des Fußbodenbelages soll 0,15 mÂČK/W nicht ĂŒberschreiten. Geeignete textile BelĂ€ge sind mit dem Fußbodenheizungssymbol gekennzeichnet.cite-ref-0-12-1[12]

Je geringer der WĂ€rmedurchlasswiderstand von Estrich und Fußbodenbelag, desto schneller reagiert die Fußbodenheizung. Neben der StĂ€rke des Belags spielt die WĂ€rmeleitfĂ€higkeit eine entscheidende Rolle. Dieser Wert wird etwa fĂŒr Teppichboden mit 0,06, Korkfliesen mit 0,065, Linoleum mit 0,17, PVC mit 0,19, Eichen- und Buchenholz mit 0,2, keramische Fliesen mit 1,3, Sedimentgesteine mit 2,3 und kristalline Natursteine mit 3,5 W/mK angegeben.cite-ref-13[13]

An den RĂ€ndern des Estrichs sind RanddĂ€mmstreifen anzuordnen. Sie sollen die Ausdehnung des Estrichs ermöglichen und auch den Schallschutz gewĂ€hrleisten. Bei grĂ¶ĂŸeren FlĂ€chen sind zusĂ€tzlich Dehnungsfugen vorzusehen. Es gilt hierbei die Estrichnorm DIN 18560.

Die FĂŒhrung der Rohre wird durch den Verlegeabstand, der aus einer Berechnung ermittelt wird, bestimmt. Die Abweichung vom ermittelten Rohrabstand darf in einer bestimmten Toleranz nicht ĂŒberschritten werden, weil dadurch die Gefahr einer zu großen Welligkeit im Estrich entsteht. Die Welligkeit ist der Temperaturunterschied zwischen den Rohren.

Berechnung

Die Berechnung der Fußbodenheizung erfolgt auf Grundlage der DIN EN 1264 Teil 2 und 3.

Eine wichtige KenngrĂ¶ĂŸe ist die Basiskennlinie. Das ist der Zusammenhang zwischen der mittleren FußbodenĂŒbertemperatur und der WĂ€rmestromdichte als empirische Funktion:

q ˙ ˙ = 8 , 92 ( Θ Θ F , m − − Θ Θ i ) 1 , 1 {\displaystyle {\dot {q}}=8{,}92(\Theta _{F,m}-\Theta _{i})^{1,1}}

mit

q ˙ ˙ {\displaystyle {\dot {q}}} – WĂ€rmestromdichte in W/mÂČ
Θ Θ F , m {\displaystyle \Theta _{F,m}} – mittlere FußbodenoberflĂ€chentemperatur in °C
Θ Θ i {\displaystyle \Theta _{i}} – Raumlufttemperatur in °C

Beispiel:

q ˙ ˙ = 8 , 92 W m 2 ⋅ ⋅ ∘ ∘ C ( 29 ∘ ∘ C − − 20 ∘ ∘ C ) 1 , 1 = 100 W m 2 {\displaystyle {\dot {q}}=8{,}92\,\mathrm {\frac {W}{m^{2}\cdot \,^{\circ }\mathrm {C} }} (29\,^{\circ }\mathrm {C} -20\,^{\circ }\mathrm {C} )^{1{,}1}=100\,\mathrm {\frac {W}{m^{2}}} }

Hier sieht man deutlich, dass jede Erhöhung der Innentemperatur eine geringere WÀrmestromdichte bewirkt.

Aus der WĂ€rmestromdichte kann der WĂ€rmeĂŒbergangskoeffizient α α {\displaystyle \alpha } berechnet werden:

α α = q ˙ ˙ Δ Δ Θ Θ = 100 W m 2 9 K = 11 , 11 W m 2 ⋅ ⋅ K {\displaystyle \alpha ={\frac {\dot {q}}{\Delta \Theta }}={\frac {100\,\mathrm {\frac {W}{m^{2}}} }{9\mathrm {K} }}=11{,}11\,\mathrm {\frac {W}{m^{2}\cdot \mathrm {K} }} }

Um die WĂ€rmestromdichte im Auslegungsfall zu berechnen, wird noch die sogenannte logarithmische HeizmittelĂŒbertemperatur benötigt:

Δ Δ Θ Θ H = Θ Θ V − − Θ Θ R l n Θ Θ V − − Θ Θ i Θ Θ R − − Θ Θ i {\displaystyle \Delta \Theta _{H}={\frac {\Theta _{V}-\Theta _{R}}{ln{\frac {\Theta _{V}-\Theta _{i}}{\Theta _{R}-\Theta _{i}}}}}}

mit

Θ Θ V {\displaystyle \Theta _{V}} – Vorlauftemperatur in °C
Θ Θ R {\displaystyle \Theta _{R}} – RĂŒcklauftemperatur in °C
Θ Θ i {\displaystyle \Theta _{i}} – Raumlufttemperatur in °C

Jetzt kann die WĂ€rmestromdichte berechnet werden

q ˙ ˙ = B ⋅ ⋅ Π Π i ⋅ ⋅ Δ Δ Θ Θ H {\displaystyle {\dot {q}}=\mathrm {B} \cdot \Pi _{i}\cdot \Delta \Theta _{H}}

mit

B {\displaystyle \mathrm {B} } – SystemabhĂ€ngiger Koeffizient, der sich aus den Rohreigenschaften ableitet
Π Π {\displaystyle \Pi } – Faktor fĂŒr spezifische Eigenschaften des Fußbodenaufbaus in AbhĂ€ngigkeit von der gewĂ€hlten Rohrteilung

Die Hersteller von Fußbodenheizungssystemen liefern zu ihren Systemen Leistungsdiagramme fĂŒr verschiedene BodenbelĂ€ge und RohrabstĂ€nde, aus denen die WĂ€rmestromdichte q ˙ ˙ {\displaystyle {\dot {q}}} in W/mÂČ anhand der oben genannten HeizmittelĂŒbertemperatur grafisch ermittelt werden kann.

Weiterhin existiert fĂŒr Nasssysteme ein allgemeingĂŒltiges Berechnungsverfahren auf der Basis des Algorithmus von FAXEN, das fĂŒr alle Rohrabmessungen und RohrabstĂ€nde anwendbar ist.cite-ref-gl-ck04-14-0[14] Das Berechnungsverfahren ist in der DIN EN 1264-2 verifiziert. Das incite-ref-gl-ck04-14-1[14] vorgestellte, detailliert beschriebene Verfahren wurde auf Trockensysteme und auf Nasssysteme mit dynamischer Betriebsweise unter Einbeziehen von Materialien mit Phasenwandeleffekten (sogenannte PCM, phase change material) erweitert.cite-ref-15[15] PCM nutzen als LatentwĂ€rmespeicher einen PhasenĂŒbergang zur zusĂ€tzlichen WĂ€rmespeicherung.

Weblinks

Commons

: Fußbodenheizung

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Fußbodenheizung

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Literatur von und ĂŒber Fußbodenheizung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Bundesverband FlĂ€chenheizungen und FlĂ€chenkĂŒhlungen e. V.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Robert Bean, Bjarne W. Olesen, Kwang Woo Kim: History of Radiant Heating & Cooling Systems. In: ASHRAE Journal. Januar 2010, S. 40–47 (englisch, naturalhomes.org [PDF; abgerufen am 18. Dezember 2025]).
cite-note-22. ↑ R. J. Forbes: Studies in Ancient Technology. E. J. Brill, 1963, abgerufen am 18. Dezember 2025 (englisch).
cite-note-33. ↑ Römischer Gutshof von MĂŒnsingen: GebĂ€ude mit Bodenheizung entdeckt. In: baublatt. 17. Dezember 2020, abgerufen am 9. Januar 2021.
cite-note-44. ↑ Römische Heizung unter der Straße entdeckt. 11. November 2022, abgerufen am 4. Juli 2023.
cite-note-55. ↑ Seit wann gibt es Fußbodenheizung? Schramm, 21. Juli 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025.
cite-note-66. ↑ energie-experten: Ratgeber zur Fußbodenheizung im Neu- und Altbau. Abgerufen am 4. Juli 2023.
cite-note-77. ↑ Spezielle Bedingungen fĂŒr Heizestriche. In: KBS AG. KBS AG, abgerufen am 4. Juli 2023.
cite-note-bga1-88. ↑ Christoph KĂ€mper: Beheizter Gussasphaltestrich fĂŒr warme KinderfĂŒĂŸe. Gussasphaltmagazin 7, Bonn 2016.
cite-note-99. ↑ CM-Messung, ein Praxisbeispiel. In: Trotec-Blog.com
cite-note-1010. ↑ Marco Pellegrini, Augusto Bianchini: The Innovative Concept of Cold District Heating Networks: A Literature Review. In: Energies. Band 11, 2018, S. 236, doi:10.3390/en11010236.
cite-note-1111. ↑ Vorbeugung. Hausstaubmilbenallergie. In: Lungenaerzte-im-Netz. Abgerufen am 4. Juli 2023.
cite-note-0-1212. ↑ Teppich auf Fußbodenheizung: Darauf kommt es an. Vattenfall, abgerufen am 18. Dezember 2025.
cite-note-1313. ↑ Naturstein: Die WĂ€rmeleitfĂ€higkeit zĂ€hlt, 6. Mai 2013. In: FliesenUndPlatten.de
cite-note-gl-ck04-1414. ↑ Bernd GlĂŒck: Thermische Bauteilaktivierung – Nutzen von Umweltenergie und Kapillarrohrmatten. Rud. Otto Meyer-Umwelt-Stiftung, Hamburg 2004.
cite-note-1515. ↑ Bernd GlĂŒck: Teilbericht „Innovative WĂ€rmeĂŒbertragung und WĂ€rmespeicherung“. Forschungsverbundkomplex LowEx (vom PTJ betreut), 2008.